Die europäischen Aktienmärkte stiegen am Montag inmitten des Vertrauens in die weltweite wirtschaftliche Erholung trotz einer ständig steigenden Zahl von Covid-19-Fällen stark an. Um 10.25 Uhr stieg der deutsche DAX um 0,5%, der französische CAC 40 um 0,1% und der FTSE-Index in Großbritannien blieb stabil. Die Gewinne chinesischer Industrieunternehmen stiegen im Mai zum ersten Mal seit November 2019 wieder an, bestätigten Daten am Sonntag und signalisierten, dass sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin von den Produktionsausfällen bei Coronaviren erholt. Dies ist eine wichtige Nachricht für Europa und insbesondere für Deutschland, da China einer der größten Exportmärkte für europäische Produkte ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Montag den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu Gesprächen empfangen. Die beiden Spitzenpolitiker werden wahrscheinlich erörtern, wie eine Einigung über den Konjunkturfonds für die Region erzielt werden kann, da sie sich dem deutsch-französisch inspirierten Plan widersetzen, die Gelder in Form von (rückzahlbaren) Darlehen oder Zuschüssen an schwer betroffene Regionen zu verteilen. Der Internationale Währungsfonds hat sich in die Debatte eingemischt. Die Chefökonomin Gita Gopinath erklärte im Spiegel, dass ein wesentlicher Teil des EU-Pakets aus Subventionen bestehen müsse. Dennoch gibt die Ausbreitung des Coronavirus nach wie vor Anlass zur Sorge: Die Weltgesundheitsorganisation hat in den 24 Stunden bis Sonntagmorgen fast 190.000 neue Fälle gemeldet, ein neuer Rekord. Das bedeutet, dass die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle weltweit inzwischen die 10-Millionen-Marke überschritten hat und weltweit mehr als 500.000 Todesfälle zu verzeichnen sind. Trotz der Infektionszahlen ist die Sterblichkeitsrate viel niedriger als bei der ersten Pandemiewelle, vor allem weil sich die Neuinfektionen weitgehend auf junge Menschen beschränkt haben.

Auch die Freihandelsverhandlungen zwischen der EU und Großbritannien sollen diese Woche in Brüssel wieder aufgenommen werden, die Zeit wird knapp und die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zeigen wenig Anzeichen für Fortschritte. Die Wirtschaftsdaten drehen sich um die um 11:00 Uhr erwarteten Indikatoren der europäischen Konjunkturerwartungen für Juni, sowie um vorläufige Daten zur Inflation im Juni in Deutschland und Spanien und zu Verbraucherkrediten und Hypotheken in Großbritannien. In den Wirtschaftsnachrichten stieg die Airbus-Aktie (PA:AIR) um 1,3%, obwohl ihr CEO, Guillaume Faury, sagte, der Flugzeughersteller rechne aufgrund der Coronavirus-Krise mit einem Produktionsrückgang von 40% in den nächsten zwei Jahren. Er fügte hinzu, das Unternehmen wolle noch vor Ende Juli einen möglichen Stellenabbau ankündigen und damit die Kosten senken. Die Ölpreise fielen am Montag inmitten von Befürchtungen, dass ein Anstieg der Zahl der Covid-19-Fälle weltweit, der einige Länder dazu veranlasst hat, die Maßnahmen zum teilweisen Einfrieren wieder aufzunehmen, die Brennstoffnachfrage beeinträchtigen könnte. Jahrelang niedrige Erdgaspreise zwangen Chesapeake Energy (NYSE:CHK) am Wochenende schließlich dazu, Insolvenzschutz zu beantragen. Um 10.25 Uhr fielen die US-Rohölterminkontrakte um 1,6% auf 37,87 Dollar pro Barrel. Der internationale Benchmark-Kontrakt für Rohöl der Sorte Brent fiel um 1,4% auf 40,34 USD. Gold-Futures stiegen um 0,1% auf $1.782,05/oz, während EUR/USD bei 1,1248 gehandelt wurde, was einem Plus von 0,3% entspricht.